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Hans Udo Kersting

Bereits im Alter von 15 Jahren unternahm der 1945 geborene Hans Udo Kersting die ersten Schritte im 1951 gegründeten elterlichen Betrieb, in dem er im April 1960 seine Ausbildung zum Orthopädie-Mechaniker begann.

In den 70er-Jahren baute Hans Udo Kersting parallel seine berufliche Qualifikation, den elterlichen Betrieb und die verbandspolitische Arbeit aus. So legte er 1972 seine Meisterprüfung ab, war ab 1974 Vorstandsmitglied der Innung für Orthopädie-Technik Koblenz, kaufte 1975 den Betrieb seiner Eltern und gründete 1977 als geschäftsführender Gesellschafter die Kersting Orthopädie GmbH in Trier.

Als Unternehmer verzeichnete Kersting in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Erfolge. Neben dem Ausbau der GmbH gehörte der Orthopädie-Technik-Meister 1985 zu den Gründungsmitgliedern der Genossenschaft Sanitätshaus Aktuell und 1990 der Reha-Team GmbH, deren Geschäftsführung er von 1990 bis 1992 innehatte. In den 90er-Jahren weitete Hans Udo Kersting seine Geschäftstätigkeit im In- und Ausland aus: 1995 gründete er in Luxemburg die Kersting Orthopädie S.a.r.l., beteiligte sich 1997-1998 gemeinsam mit seinem Kollegen Bernd Urban an der Firma TOH in Frankfurt am Main und übernahm 1999 das Institut Fendel in Trier.

Der Orthopädie-Technik-Meister blickt ebenso auf vier Jahrzehnte verbandspolitischer Arbeit zurück. 15 Jahre lang (1974 bis 1989) begleitete Hans Udo Kersting als Mitglied des Vorstandes die Innung für Orthopädie-Technik Koblenz-Trier, danach übernahm er von 1989 bis 2002 den Posten des stellvertretenden Landesinnungsmeisters der Landesinnung für Orthopädie-Technik Rheinland-Pfalz.

In der Amtszeit von Hans Udo Kersting als Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (1996 bis 2005) fiel das Erste Gesetz zur Neuordnung von Selbstverwaltung und Eigenverantwortung in der gesetzlichen Krankenversicherung mit den damit verbundenen politischen Auseinandersetzungen und Gesprächen auf Ministerebene sowie den damit einhergehenden Veränderungen – etwa der zunehmenden Privatisierung von Krankenbehandlungskosten – für die Branche.

Während seiner Präsidentschaft wurde auch die Entscheidung gefällt, ab 2001 den alle zwei Jahre wiederkehrenden Weltkongress mit dem festen Standort Leipzig zu verbinden. Außerdem ging im Jahr 2003 die Qualitäts- und Leistungsoffensive „BIV 2003“ an den Start, mit der Zielsetzung, Qualitäts- und Leistungsstandards für die Versorgung von Patienten mit orthopädischen Hilfsmitteln zu erarbeiten, die von der gesamten Branche gelebt und von der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik (BUFA) mit Fort- und Weiterbildungszertifikaten begleitet werden sollte.

Vor Umsetzung des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG) zum 1. Januar 2004, führte Hans Udo Kersting Verhandlungen und Diskussionen ebenfalls auf Ministerebene durch, um für den BIV-OT die Einführung von Festbeträgen zu vertretbaren Leistungspreisen zu realisieren. Dies gelang zwar nicht, führte aber unter Federführung des BIV-OT für beide Handwerke (Orthopädie-Technik und Orthopädieschuh-Technik) bis heute zu den bekannten „wirtschaftlichen Aufzahlungen“, die beiden Handwerken zur wirtschaftlichen Unterstützung dienen.

Für seine zahlreichen Verdienste um das Handwerk erhielt Hans Udo Kersting 2006 die Heine-Hessing-Medaille des BIV-OT und wurde zum Ehrenpräsidenten des BIV-OT ernannt.

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