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Heinz Pfau

Im Jahr 1981 wurde der Orthopädie-Mechaniker-Meister Heinz Pfau (1921 – 2000) mit der Heine-Hessing-Medaille in Gold ausgezeichnet. 1921 in Berlin geboren, setzte er die Familientradition, Versehrte mit orthopädischen Hilfsmitteln und Bandagen zu versorgen, fort. Nach seinem Abitur 1939 absolvierte er eine Lehre als Orthopädie-Mechaniker, die er 1943 mit der Gehilfenprüfung beendete. 1948 legte er die Meisterprüfung Orthopädie-Mechanik ab.

Sein Großvater Gottfried Hermann Pfau (1841 – 1910) hatte im Jahr 1876 die Firma „H. Pfau“ in der Klosterstraße in Berlin gegründet. Hermann Walter Pfau (1890 – 1960), Sohn von Gottfried Hermann Pfau und Vater von Heinz Pfau, stieg in das Geschäft ein und baute nach den Ersten Weltkrieg eine orthopädische Werkstatt in der Neuen Königsstraße auf, um dem hohen Bedarf an orthopädischen Hilfsmitteln zu begegnen. Der wirtschaftliche Erfolg führte zum Umzug im Jahr 1935 in größere Räume in der Leipziger Straße. Die Ausbombung der Geschäfte im Zweiten Weltkrieg und die Enteignung des Unternehmens durch die Sowjetische Militärregierung führte 1950 zur Neugründung der Firma durch Heinz Pfau als „Heinz Pfau Orthopädie und Bandagen“ in der Hauptstraße in Schöneberg, also in West-Berlin. 1962 eröffnete Heinz Pfau ein neues großes Geschäft mit Werkstatt in der Martin-Luther-Straße, in der die Firma bis heute ansässig ist. 

Heinz Pfau machte sich in vielfältiger Weise verdient um das Handwerk Orthopädie-Technik. So stand die Firma für innovative Neuentwicklungen wie die „Gießharztechnik“ und den „Standard Hook“ (beides 1952), die „Pfau-Kosmetikhand“ (1961) und die „completta-Brustkosmetik“ (1972). Ihre Eigenentwicklungen lieferte die Firma auch an orthopädische Werkstätten im In- und Ausland.

Parallel engagierte sich Heinz Pfau stark für die berufspolitischen und wirtschaftlichen Belange des Handwerks. Von 1969 bis 1984 war er stellvertretender Bundesinnungsmeister und von 1970 bis 1984 der Vorsitzende der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik e.V (BUFA).

In seiner Laudatio auf den Preisträger würdigte der Bundesinnungsmeister Helmut Ginko Pfaus jahrelangen Einsatz für die Belange des Handwerks und seine hervorragenden Verdienste um die Fort- und Weiterbildung in der Orthopädie-Technik, die im Jahre 1981 ihren Höhepunkt in der Verlegung der Bundesfachschule für Orthopädie-Technik (BUFA) nach Dortmund in eine eigenes Schulgebäude fand.

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