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Leonhard Roeser sen.

Der Orthopädie-Techniker Leonhard Roeser sen. (1893 – 1979) ist der erste Preisträger der 1970 ins Leben gerufenen Heine-Hessing-Medaille des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT).

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Leonhard Roeser sen. stand dem BIV-OT 12 Jahre als Präsident vor. Foto: Familie Roeser

In Bonn geboren, lernte Leonhard Roeser sen. sein Handwerk bei der Firma Teufel in Stuttgart. Im Alter von 20 Jahren legte er 1913 seine Meisterprüfung zum Orthopädie-Mechaniker ab.

Im Ersten Weltkrieg wurde Leonhard Roser sen. aufgrund seiner Arbeit für die immer zahlreicher werdenden Kriegsversehrten vom Militärdienst befreit. Um die Kriegsversehrten nach dem Ende des Krieges noch besser versorgen zu können, gründete er 1918 seine eigene Werkstatt in Essen, in der er unter anderem neue Arbeitsmethoden erdachte. Hierzu gehört das „phototechnische Messverfahren“ zur Erstellung einer technischen Zeichnung für die Anfertigung einer Prothese. Mit dem „Roeser-Fuß“ konstruierte er eine Prothese, die für die damalige Zeit eine große Beweglichkeit in den metallischen Komponenten aufwies. Bereits 1922 baute er seine Werkstatt zu einem Sanitätshaus aus.

Der Zweite Weltkrieg brachte die nächste große Welle an Kriegsversehrten. Gleichzeitig war die Versorgungslage schwierig. Zum einen waren viele Werkstätten und Geschäfte zerstört, zum anderen fehlte es an Materialien, nicht nur in den verbliebenen Werkstätten, sondern auch in den Krankenhäusern. Nach dem Wiederaufbau seines 1944 zerstörten Betriebes baute sich Leonhard Roeser sen. mit der Reparatur von OP-Besteck und medizinischen Instrumenten ein zweites Standbein auf.

Ab 1946 wurde er dabei von zwei seiner vier Söhnen in der Geschäftsleitung unterstützt: In diesem Jahr stiegen seine Söhne Reiner und Leonhard Roeser jun. in die Geschäftsleitung ein. Reiner Roeser baute den Bereich Medizintechnik aus, für den die Firma noch heute steht, während sich Leonhard um den Bereich Orthopädie-Technik kümmerte.

Erst 1979 übernahmen die Brüder die Firmenleitung vom inzwischen verstorbenen Gründervater bis zur Übergabe der Geschäftsleitung an die dritte Generation, Jochen Roeser, im Jahr 1992. In der Folge entwickelte sich die Firma Roeser zu einem Dienstleistungsunternehmen für Kliniken in den Bereichen medizinisch-technisches Gerätemanagement, Instrumentenmanagement und Versorgung mit OP-Sets. Im Jahr 2000 verkaufte die Familie die Roeser-Gruppe an die Klinikgruppe Sana Kliniken AG.

Leonhard Roeser sen. engagierte sich für sein Handwerk von 1922 bis 1945 als Reichsinnungsmeister und von 1957 bis 1969 als Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik. Er legte in seiner Amtszeit die Grundlage für die europäische und später weltweite Vernetzung des BIV-OT. Zudem förderte er die intensive Zusammenarbeit des Handwerks mit orthopädischen Kliniken und der Fachärzteschaft auf nationaler und internationaler Ebene.

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