Presseticker

Überblick › 26. August 2021

Bei den Paralympischen Spielen werden durchschnittlich 200 Reparaturen pro Tag erwartet. Foto: 2021 Getty Images

Kein Edelmetall ohne Technik

Paralympics in Tokio: 86 Techniker:innen – 22 Sprachen – 200 Reparaturen am Tag

Gestern eröffneten in Tokio die Paralympischen Spiele. Mit knapp einem Jahr Verschiebung werden vom 24. August bis 5. September 2021 rund 4.500 Athlet:innen aus 160 Ländern im Wettstreit um die Medaillen antreten. Das deutsche Team geht in diesem Jahr mit 133 Sportler:innen an den Start.

Sie nennen sich Blade Runner oder Human Heroes: Bei den Paralympics treten Athleten:innen mit Handicap an und zeigen nachdrücklich, zu welchen Leistungen es die Verbindung von Mensch und Technik bringen kann. Die paralympische Werkstatt ist eine der wichtigsten Anlaufstellen, wenn es irgendwo hakt. Allein vier Schiffscontainer voll mit technischer Ausstattung – darunter rund 17.000 Ersatzteile – sind für die diesjährigen Spiele nach Tokio geschifft worden. Über die gesamten Spiele hinweg, rechnet das Team mit 2.000 Reparaturen und damit durchschnittlich 200 Reparaturen pro Tag.

„Wir haben hier ein 106-köpfiges Serviceteam aus 24 Ländern. Wir versorgen die Athleten in der Werkstatt kostenfrei und reparieren ihre Ausrüstungen. So sorgen wir dafür, dass sie technisch fit bei den Wettkämpfen starten können“, so Peter Franzel, einer der beiden Organisationsdirektoren der Paralympischen Werkstatt. Der Service wird seit 1988 von Ottobock übernommen und ist zentrale Anlaufstelle der Sportler:innen.

Alf Reuter, Präsident des Bundesverbandes für Orthopädie-Technik, war bei einem der virtuellen Rundgänge durch die Werkstatt dabei und zeigte sich beeindruckt: „Ich ziehe den Hut vor den Leistungen des gesamten Teams. Es ist beachtlich, was hier von Deutschland aus nach Japan geschafft wurde und was die 86 Techniker:innen vor Ort leisten“, so Reuter.

In Deutschland wurden im Jahr 2020 mehr als 28 Millionen Versorgungen von gesetzlichen Versicherten durch den GKV-Spitzenverband gemeldet. Damit ist statistisch rund jeder Dritte Deutsche auf die Versorgung mit Hilfsmitteln angewiesen. „Wenn wir unseren Job gut machen, merkt niemand, dass es uns gibt: Durch uns bleiben Menschen mit zum Teil erheblichen Krankheitsbildern mobil und nehmen am gesellschaftlichen Leben vollumfänglich teil. Da steckt für uns immer viel Herzblut drin. Es ist wichtig, dass man auch hier mal einen Einblick in solch eine Werkstatt erhält. Denn ohne diese Werkstätten geht in Tokio bei den Paralympics – wie in Deutschland bei der alltäglichen Versorgung – gar nix“, so Reuter beim virtuellen Rundgang durch die Werkstatt.

Informationen: Der nächste virtuelle Rundgang durch die paralympische Werkstatt findet am 2. September 2021 um 12 Uhr statt. Pressevertreter können sich hierzu per E-Mail anmelden: presse@ottobock.de.